Kolumbien! Lange hatte ich mich darauf gefreut. Christin anfangs noch mit Vorbehalt (Escobar, Drogen, FARC), konnte sich langsam auch für Kolumbien erwärmen, denn wir hörten unterwegs nur Gutes. Reisende berichteten uns mit Begeisterung.
Zusätzlich sollte die Zeit speziell werden, denn die WM Spiele würden während unserer Anwesenheit stattfinden.
La Candelaria
Abends um 22 Uhr kamen wir an. Mit dem Taxi gelangten wir zum Hostel La Vieja Suiza. In einem alten Gebäude befindet ein Hostel und eine Bäckerei. Das ganze wird von zwei jungen Schweizern geführt. Tobias und Pascal. Ein Schreiner für das Häusliche und ein Bäcker / Konditor fürs leibliche Wohl der Laufkundschaft und der Gäste. Mit der Bäckerei hatten wir gutes Brot zum Frühstück sicher!
Ein Nachmittag im Quartier
Wir nahmen uns Zeit zum Entschleunigen. Dazu setzten wir uns bei der zur Strasse offenen Bäckereitheke auf die Hocker. Wir sassen und probierten die salzigen und süssen Leckereien der Bäckerei. Dabei kamen laufend Leute aus dem Quartier vorbei: Ein Vater, der das Töchterchen vom Kindergarten abgeholt hatte, eine alte Omi, die etwas traschten wollte bis zum Deutschen Professor, der an der nahen Uni lehrt.
Von Tobias erfuhren wir, dass manchmal sogar die Schweizer Botschafterin mit Bodyguards vorbei kommt um Gipfeli zu kaufen.
Museo del Oro
Das Goldmuseum befand sich in unmittelbarer Nähe. Neben viel Geschichte und tollen Exponaten aus ganz Kolumbien wurden auch die Techniken gezeigt, wie die Stücke gefertigt wurden.
Daneben lernten wir etwas über die Legende El Dorado. In einer Lagune in den Hügeln soll viel Gold zu finden sein. Diese Lagune wollten wir dann auch besuchen.
Laguna Guatavita
Am nächsten Tag wollten wir raus aus der Stadt. Ins Grüne. Mit dem Bus fuhren wir super günstig über das Portal Norte Richtung Guatavita. Einige Kilometer vor dieser Stadt hielt der Bus. Wir könnten auch in die Stadt fahren und da ein Collectivo nehmen, meinte der Busbegleiter. No, gracias, queremos caminar, sagte ich. Die Leute hier verstehen nicht, dass man freiwillig läuft.
Christin hatte im Bus eine Frau getroffen, die auch bei der Abzweigung austieg. Wir hatten dasselbe Ziel und stellten uns vor. Sie hiess Sandra und lebte in Bogotá. Schnell kamen wir ins Gespräch. Mit einer Mischung aus Englisch und Spanisch konnten wir uns gut unterhalten auf der 7.5 km langen Strecke.

Sandra und Christin. Wir marschierten gemeinsam zur Lagune. Es regnete immer etwas. Dies ist typisch hier.
Sandra war sportlich, lustig und belesen. So interessierte sie sich z.B. für den gesunden Geist und Körper oder auch für den Sterbeprozess. Da mussten wir zuerst nach Kolumbien reisen um von der Schweizerin Elisabeth Kübler Ross zu erfahren. Sie forschte im Bereich des Sterbeprozesses und schrieb einige Bücher darüber.
Zudem erzählte sie uns von Menschen, die die Welt bereisen und Kraftorte besuchen. Indem wir mit 3 Steinchen anfangen und an jedem Ort eines ablegen und ein neues aufnehmen, könnten wir von Ort zu Ort reisen…
Oben angekommen machten wir einen schönen Rundgang um die Lagune. Die Flora und Fauna war ganz anders da. Ein Mikroklima eingebettet in die Hügel nördlich von Bogotá. Wir sahen Kolibris und Adler. Wunderschön. Oben trafen wir auch Javier und Ingrid. Er warf Quarzkristalle ins Wasser. Später kriegten wir auch eine Handvoll Kristalle zum Mitnehmen und verteilen (nehmen wir an).
Wir fuhren zurück in einem Mini Van. Zusammen mit einem US Diplomat und seiner Familie.

Die Sonne zeigte sich etwas über der ländlichen Gegend, die viele Ähnlichkeiten mit der Schweiz oder Deutschland aufweist.
Der Fahrer wählte eine andere Strecke als der Bus und dieser Weg war viel schöner. Die Familie und auch Sandra wohnten im moderen, reicheren Teil Bogotás. Sie stiegen zuerst aus. Wir fuhren noch weiter in unser Candelaria.
Kulinarisches
Unbedingt wollte ich noch eine Ajiaco, die typische Bogotá Suppe, probieren.

Ajiaco. Eine Kartoffelsuppe mit Poulet und mit halbem Maiskolben drin. Dazu gibts immer saure Sahne, Kapern, Reis und Avocado.
Cerro Monserrate
Der Hausberg von Candelaria, wenn nicht sogar von Bogotá.
Da es schon später war an diesem Nachmittag und der Weg hinauf nicht sehr sicher ist, wählten wir die Gondelbahn. 40 Passagiere passen rein in die Schweizer Bahn.
Von oben hatten wir einen tollen Ausblick und konnten uns von der Stadt verabschieden. Denn am nächsten Morgen war unser Flug.
Abflug
Wir fuhren rechtzeitig zum Flughafen. Kundendienst und Service ist in Kolumbien nicht sehr gross geschrieben, so ist es kaum möglich ein Wägeli zu kriegen, obwohl es welche gibt.
Natürlich gab ich nicht auf bis ich einen Rolli hatte. Dazu musste ich aber quer durch den Flughafen zur Ankunft gehen. Der Rest klappte dann problemlos und wir freuten uns auf das warme Cartagena.




