Es wurde Zeit zum Abreisen. Nur ungern verliessen wir Salento und damit unsere Reisefreunde Sabine und Carlos. Wir wollen sie in Köln besuchen gehen. Also wir haben schon wieder ein Programm, das gibt’s gar nicht.
Weiterreise
Über Armenias Busterminal fuhren wir weiter Richtung Süden. Für 35’000 cop/p gabs das Ticket und dann war klar, was wir die nächsten 6 Stunden machen würden: im Bus sitzen. Cali, die Salsa-Hauptstadt Kolumbiens ließen wir links liegen bzw. hielt der Bus nur kurz für Verpflegung und Toilettengang. Bis Cali war die Landschaft flach und deutlich von Zuckerrohrfeldern geprägt. Hier wachsen also die vielen Pflanzen für die Panela, den kristallisierten Saft, der kiloweise in den Supermärkten anzutreffen ist und für Agua Panela verwendet wird. Nach Cali wurde es wieder hügelig. Kein Zuckerrohr mehr, dafür wieder Kaffeesträucher. Bald wurde es auch dunkel. Etwa um 7 abends erreichten wir Popayán. Ich reservierte morgens im Hotel Pass Home ein Zimmer. Der Taxifahrer brachte uns vom Terminal zielgerichtet hin.
Abend
Etwas anders hatten wir uns das Hotel schon vorgestellt. “Von einer freundlichen kolumbianischen Familie geführt” stand in der Beschreibung. Es öffnete bärtiger irgendwie religiös aussehender Mann. Immerhin der Name war spanisch: Manuel. Später sprach ich ihn darauf an. Er sei Kolumbianer und lese nun Gebetsbücher auf Hebräisch. Sein Kerzenhalter und das Altartischchen zeugten vom Konvertieren zur jüdischen Religion. Irgendwie witzig…
Vor dem Hotel war die ganze Straße eine einzige Baustelle. Egal, noch schnell etwas gegessen bei Pizzanet – erstaunlich gut, ganz entgegen der Erwartungen – und eine kleine Runde über den Platz gelaufen. Die Stadt gefiel uns von dann an auf super und wir freuten uns auf den kommenden Tag.
Zweiter Tag
Unser Zimmer hatte nur ein Fenster in den dunklen Gang, war aber sauber und ok. Am Mittag war dann aber Schluss mit Wasser. Die Strassenarbeiten sind wohl die Ursache. Zum Glück hatte ich morgens noch geduscht.
Wir liefen eine schöne Runde durch die Stadt. Schöne Kolonialbauten, wo wir hinschauten! Und erst noch frisch renoviert bzw. aufgebaut, denn ein Erdbeben 1983 zerstörte vieles. Die Stadt hat Potenzial ein zweites Cartagena zu werden, darüber waren wir uns einig. Nur wissen das die meisten nicht. Ein anderer Grund ist wohl, dass die Stadt außerhalb des üblichen Touristenstroms liegt.
Im Café Juan Valdéz sprach ich eine Amerikanerin an. Es stellte sich heraus, dass sie hier in Popayán als Englischlehrerin angestellt war. Sie war eine von gerade mal drei Englischlehrern in der Stadt. Aha, da lagen wir doch richtig! Hier wiederholt sich die Entwicklung von Cartagena, wo heute Dutzende von Englischlehrern arbeiten. Anders als in Cartagena ist kulinarisch hier deutlich mehr geboten zu guten Preisen.
Kaffee
Mit dem Kaffee ist das so eine Sache hier in Kolumbien. Zwar wächst hier toller Kaffee, aber in einfachen Läden ist auch nur einfacher Kaffee erhältlich, der zwar günstig aber vermutlich nicht von toller Qualität ist. Den Kolumbianern schmeckt wässriger, süsser Kaffee. Tatsächlich hatte ich in Kolumbien bisher nur zwei, drei Espressos, die mich überzeugten (in Salento). Diese hatten eine betonte Säure, an die man sich zuerst gewöhnen sollte. Kaffee aus dieser Höhe (2000 m) ist von Natur echt sauer.


Aha, so ist das, ich dachte, das sei die Heimat von Popeye. Sieht wunderschön aus, diese weisse Stadt. Liebe Grüsse mami
Hihi. Nicht ganz. Hingegen kommen einige berühmte Dichter und Politiker Kolumbiens aus Popayan. War wirklich schön dort. Ruhig und beschaulich und angenehm warm. Grüsse aus Pasto.