Mitten in der Kaffeezone angekommen übernachteten wir zunächst im wunderschönen Hostal Tralala. Für 30000 cop/p (15 CHF) hatten wir ein schönes rustikales Zimmer mit hoher Decke und altem Dielenboden.
Nach einer Nacht mussten wir in die Casa de Lili umziehen. Ein tolles altes Haus mitten in der Geschäftsstrasse. Die Gastgeberin Lili war Weltklasse. Sie sprach nur Spanisch und hatte Geduld und Freude, wenn ich auch Spanisch sprach und sie half wenn es stockte.
Alto de la cruz
Am Ende der Altstadt geht ein Weg über viele Stufen hinauf zum Aussichtspunkt auf dem Alto de la Cruz.
Mittagessen
Das günstigste Mitragessen in der Stadt war beim ‘Rincon de Lucy’ erhältlich. Jorge Cañas offeriert für 6000 cop/p (3 CHF) eine Suppe, eine Banane, ein Forellenfilet mit Reis, Arepa und wahlweise Gemüse, Linsen oder Bohnen und einen Saft.
Lange hatte ich mich auf dieses Restaurant gefreut. Schon in Peru hatte ich bei der Recherche über Kolumbien einen Beitrag vom Deutschlandfunk über Salento entdeckt. Da wurde das Restaurant bzw. sein Besitzer, eben Jorge Cañas, erwähnt. Und jetzt waren wir plötzlich da. Wie sich herausstellte, sassen wir zufällig am gleichen Tisch wie der Reporter damals.
Kaffeefarm
Ein 45 Minuten Marsch führte uns zu der Kaffeefinca von Don Elias. Dort konnten wir für wenig Geld die Plantage besichtigen. Ein wunderschönes sattes Grün. Da stehen auch Bananenpalmen und Yucabäume. Sie spenden Schatten, denn die Kaffeesträucher mögens zwar warm, aber nicht unbedingt direkte Sonne. Ananas wächst auch. Dies ist sinnvoll wegen Schädlingen. Es wird ohne chemische Mittel gearbeitet und alles ist Handarbeit. Nur zwei Maschinen gibt es – eine zum Schälen der Bohnen und eine zum Mahlen. Beide handbetrieben.
Die Bohnen werden mehrfach handselektiert. Die besten gehen zu Lavazza und Segafredo. Die mindere Qualität geht z.B. zu Starbucks. Der Rest zu Nestlé. Für deren Instantkaffee sind diese Bohnen auch noch gut genug.
Anstelle des gleichen Wegs zurück, entschieden wir uns eine Runde zu laufen und schön entlang des Rio Quindío zu einer Bushaltestelle zu laufen. Von da gelangten wir zurück nach Salento. Ein toller Halbtagesausflug.
Überraschung!
Da sass ich auf den Kaffeesäcken im Hostel Casa de Lili und war mit Planung beschäftigt. Ein Kommen und Gehen und ich schaute immer mal wieder auf wer da kam. Plötzlich standen Carlos und Sabine, aus Taganga, im Gang. Wir wussten, dass sie nach Salento kommen würden, aber nicht wann und schon gar nicht in welches Hostel. Es gab viel zu erzählen, vor allem über das mehrtägige Trekking zur verlorenen Stadt und den Tayrona Nationalpark. Wir beschlossen zusammen Zeit in Salento zu verbringen.
Reiten
Am Folgetag entschieden wir hoch zu Pferd entlang des Rio Quindío zu reiten. Bei Oscar Julian hockten wir auf die Pferde auf. Wir waren zu sechst von unserem Hostal. Dazu kamen noch weitere Reiter von anderen Hostels. Für unsere Gruppe besorgte ich Möhren, damit wir die Pferde gutmütig stimmen konnten. Meiner hiess Principe. Er war richtig brav und da Oscar immer dabei war, waren die Pferde und auch wir ruhig.
Der Abstieg ins Tal war sehr steil. Zu steil meiner Meinung nach. Die Pferde rutschten auch mal aus und als Reitanfänger fühlte ich mich unsicher. Später überquerten wir noch Strassen. Auch da hatte ich kein gutes Gefühl.
Unten im Tal war es dafür umso schöner. Stets entlang des Flusses und mit einigen Flussdurchquerungen. Beim Wendepunkt befindet sich ein schöner Wasserfall. Da machten wir Pause. Hunderte von Schmetterlingen tummelten sich im Gras. Ein paradiesischer Ort! Dann mussten wir bereits den Rückweg antreten. Am Schluss dann leider wieder der viel zu steile Aufstieg nach Salento. Die Pferde schwitzten und schnauften. Endlich oben! Bald darauf waren wir zurück beim Stall und auch froh, dass alles ohne Zwischenfälle verlief. Keine Empfehlung an dieser Stelle. Nicht wegen der Haltung der Pferde oder dem Preis von 30000/p, sondern wegen dem steilen und meiner Meinung nach gefährlichen Auf-/Abstieg.
Wandern
Für einen Tagesausflug gingen wir ins Cocora Tal. Carlos und Sabine kamen auch mit, obwohl Carlos nicht 100% fit war. Mit alten Jeeps, die stündlich fahren, kamen wir zum Ausgangspunkt der Wanderung. Von da startete ein fünfstündiger Rundweg.
Innerhalb fünf Stunden sind wir durch vier ganz unterschiedliche Zonen gewandert. Eine tolle Artenvielfalt der Flora und Fauna. Mit dem Jeep und einem Paar aus Luzern, die 9 Monate Südamerika bereisen, fuhren wir zurück.
Fazit
Salento gefiel uns super. Es ist touristisch, aber durch den Mix von kolumbianischen Ausflüglern und ausländischen Touristen entsteht kein ‘Mallorca-Gefühl’. Die Stadt hat ihre Authentizität behalten und die Umgebung lädt ein zu allerlei Aktivitäten, die gar nicht mal viel kosten.









