Cajón de Maipo

Da wir für das Festland Chiles nur 10 Tage eingeplant hatten, suchten wir Ziele in der Umgebung von Santiago. Ein beliebtes und nahes Ziel der Städter ist das Maipo Tal mit der Stadt San José de Maipo.

Dieser Taleinschnitt führt weit in die Anden hinein. Weiter hinten nur noch auf unbefestigten Strassen. Aus diesem Grund entschieden wir uns für einen kleinen Jeep (Suzuki Jimmy). Dieser hat gute Bodenfreiheit und umschaltbaren Antrieb (auf 4×4). Über ContactChile landeten wir bei Seelmann Rent a car (SRC) in Santiago La Reina. Beides sind von Deutschen gegründete Unternehmen. Als Unterkunft wählten wir ein Haus in den Bergen, welches ich zufällig beim Stöbern im Netz gefunden hatte: das Refugio Suizo (Schweizer Refugium) auf über 2000 m.

Anfahrt
Am frühen Nachmittag des 23. Mai fuhren wir los Richtung Südosten, immer die gewaltige Kulisse der Anden vor Augen. Der zunächst noch dichte Verkehr Santiagos wurde immer weniger und bald fuhren wir auf der Hauptstrasse 25 ins Tal hinein. Kurz nach San José dann die Abzweigung nach links hoch. Eine schmale 17 km lange Serpentinenstrecke mit Topaussicht begann. Sie führte uns nach Las Lagunillas, wo besagtes Refugium steht. Kalt war die Luft da und frisch, auf über 2000 Meter. Isabel öffnete die Tür und servierte uns eine heisse Schokolade.

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Im Innern. Gemütlich eingerichtet und dekoriert.

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Topaussicht aus der geheizten Stube.

Abend
Während wir die Schoggi schlürften, bereitete sie das Zimmer vor. Nach einem tollen Abendessen von Fritz, dem Hüttenwart aus dem Kt. Bern, tauschten wir einige Geschichten aus.
Christin konnte sich später nicht vorstellen, dass wir in einem praktisch unbeheizten Schlafraum gut schlafen würden. Sie fürchtete den Tod durch Erfrieren. Aber es war schöner als erwartet. Ein Gefühl, welches wir lange nicht hatten: Das eiskalte Bett mit Leintuch, Wolldecke und Federdecke, das sich innert Minuten schön erwärmt und beim Aufwachen die kalte Nasenspitze spüren.

Baños Colina
Der nächste Sonnentag begann. Wieder blauer Himmel, ohne Wölkchen. Nach einem tollen Frühstück mit selbst gebackenem Brot ging es los. Ziel waren die heissen Naturbäder von Colina. Ganz hinten im Tal. Bei Fritz und Isabel lag schon Schnee, also wussten wir etwa was uns erwartete.

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Schotterpiste bei Lo Valdéz. Hier waren die Verhältnisse noch gut.

Die Bäder stellten sich als die am schwierigsten zugänglichen Bäder heraus, die wir je besucht hatten. Nicht nur die lange Schotterpiste will geschafft sein. Ohne Bodenfreiheit ist der dann folgende “Acker” kaum zu schaffen und bei Schnee ohne 4×4 auch nicht. Wir nahmen ein Paar aus Santiago mit. Andres und Pamela hatten das Auto stehen gelassen und wollten zu Fuss zum Bad, was sich als beschwerlich und weit heraus stellte.

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Schnee, Matsch und tiefe Pfützen. Hier auf dem Rückweg.

Unser Jeep bewährte sich, trotz wackliger Strassenlage und Handling wie bei einem Traktor. Dann endlich die Schranke. Beim Eintrittsgeld konnte Andres gleich gut verhandeln.

Zunächst wollten wir noch Mittag essen. Für ein Picknick im Hochgebirge hatten wir alles dabei. Sandwich, gekochte Eier, Brötchen und Tee. Dazu spazierten wir zu Fuss noch weiter ins Tal hinein. Nur ein kurzes Stück. Am Flussufer machten wir dann Pause. Dabei hielten wir Ausschau nach Kondoren und Alpacas. Jedoch wollte keiner sich zeigen.

Zurück zu den Bädern. Heisses, salziges Wasser entspringt hier. Wir befanden uns schliesslich wieder auf dem pazifischen Feuergürtel, wie in Neuseeland, nur gegenüber. Mehrere Naturbecken mit unterschiedlichen Temperaturen liegen im Hang. Umkleide und Dusche sind nur rudimentär vorhanden. Es sind dunkle  Bretterverschläge.
Dafür ist das Wasser und das Bergpanorama umso schöner. Die Lage ist sensationell und der Blick in alle Richtungen spektakulär.
Mehr Infos und Bilder hier.

Auf der Rückfahrt konnten wir weitere stimmungsvolle Bilder schiessen.

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