Ankunft am kleinen Flughafen mit Code IPC. Wir landeten pünktlich, denn die Reise war pünktlich losgegangen und es gibt schliesslich kein Verkehrsaufkommen hier.
Die Einreise ist einfach, aber dauert, da alles manuell eingetippt wird. Im Flieger hatten wir auch eine Touristenkarte ausgefüllt. Diese wurde nun abgestempelt. Nicht verlieren!
Nach dem Baggage Claim war wieder einmal Spontanität gefordert, denn wir hatten keine Unterkunft gebucht. Dies verlangte vor allem von Christin viel ab.
Die Anfragen waren unbeantwortet geblieben. Ganz unvorbereitet kamen wir aber nicht. Wir hatten uns Telefonnummern rausgeschrieben. Nur gabs kein Telefon. Also Wlan-Anruf. Wlan ging auch nicht. Eine Dame, die in der Ankunftshalle auf Gäste hoffte, sprach uns an und sie rief für uns an. Als das kein Erfolg brachte, entschieden wir zu ihr zu gehen.
Sie hiess Elvira und führt die Keu Henua Cabañas in Hanga Roa.
Mit 80 CHF eher teuer, aber mit eigenem Bad, richtig gutem Bett und Terrasse mit Meerblick und Sonnenuntergang. Ok!
Die Insel gehört politisch zwar zu Chile, geographisch und kulturell ist aber stark von den Polynesiern geprägt. An den folgenden Tagen lernten wir Insel und Attraktionen kennen. Einerseits auf einer organisierten Tour, andererseits auf eigene Faust.
Zunächst verlängerten wir in den Cabañas um weitere 3 Nächte. Wir entdeckten zwar Mängel wie ein tropfender Wasserhahn, Küchengeräte, die nicht gehen und Kakerlaken. Die positiven Dinge überwogen aber.
Tagestour
Wir buchten eine Tagestour mit Rapa Nui Travel. Da wir keinen Reiseführer (Buch) über die Osterinseln gekauft hatten, war das vorerst richtig. Im Bus herrschte gute Stimmung und wir besuchten die wichtigsten Stätten. Unser Guide wusste wovon er sprach, denn seine Vorfahren hatten schon hier gelebt.
Wir besuchten u.a. den ‘Steinbruch’, wo die Figuren hergestellt wurden. Beeindruckend, was da geschaffen wurde. Im Nordosten liegt ein schöner Sandstrand bei Anakena. Da machten wir im Schatten der Palmen eine Siesta.
Kraterwanderung und Stätte
Die zweite Erkundung startete am Folgetag. Wir zogen auf eigene Faust los. Wir mieteten einen Roller, da Christin läuferisch nicht sehr zwäg war. Damit fuhren wir auf den Kraterrand des Rano Kau. Den Roller parkten wir am Mirador (so heissen die Aussichtspunkte). Hier bietet sich ein fantastischer Blick in den Krater. Gegenüber fällt die äussere Kraterflanke dramatisch ins Meer hinab. Eine kurze Wanderung auf dem Kraterrand führte uns anschliessend zu der ehemaligen Zeremonienstätte Orongo. Der heiligste Platz auf der Insel und Ort des Vogelmann-Kults.
Abreise
Wir hatten versaeumt am Vorabend der Abreise die Rechnung zu begleichen. Dies ist naemlich aus unserer Erfahrung ganz ratsam. Siehe da, am Sonntag wollten wir abreisen, doch ausser der Putzfrau war niemand da. Es hiess Elvira sei in der Kirche. Am Sonntag geht gar nichts, dass wussten wir doch schon. Habe ich doch Elvira extra gesagt, dass wir am Sonntag gehen, Flugnummer, Abflugszeit, alles. Doch keiner da. Wir bestellten ein Taxi (obwohl Transfer im Preis inklusive waere). Ich notierte die Kreditkartendaten und bat die Putzfrau diese Elvira zu uebergeben. Gut, Taxi kam. Schnell waren wir am Flughafen, hatten eingecheckt und bereit zum Einsteigen.
Oh Schreck! Da erschien Elvira. Sie hatte die Sicherheitskontrolle passiert (das geht hier) und suchte uns beim Gate. Ich muesse noch bezahlen, meinte sie. Sie brauche die Karte dazu. “Aber der Flug geht in 30 Minuten”, sagte ich. Ich rechnete die Zeiten ueberschlagsmaessig und entschied mitzugehen. Es war ja ein kurzer Weg. Komische Stimmung im Auto. War ich nun der Boese? Oder eher sie die Ungeplante, die die Konsequenzen haette tragen muessen?
Leider ein ganz unprofessioneller Nachgeschmack von der Osterinsel bzw. der Unterkunft da. Naja, in der Hitze des Gefechts verrechnete sie uns nur 3 der teuren Naechte anstelle deren 5. Oder war es eine Preisreduktion, weil es ihr nicht Recht war? Also 200 Dollar gespart. Ich sagte nichts. Jedenfalls war ich rechtzeitig zum Abflug zurueck. Fast als Letzte stiegen wir ein.
Fazit
Schön, dass wir einen der abgelegensten Plätzen der Welt bei 1a Wetter besuchen konnten. Die Steinkolosse und die damit verbundene Arbeit ist sehr beeindruckend. Faszinierend ist auch der Vogelmann-Kult der praktiziert wurde. Etwas mystisch empfanden wir die Insel auch und natürlich einzig in ihrer Art.
Die Menschen sind ruhig, gelassen und freundlich. Sie frühstücken spät (hier ab 8:30) und machen schön Siesta. Wir assen auch die ersten Empanadas. Endlich. Südamerika geht nicht ohne die Brottasche. Ein guter Snack warm oder kalt, zwischendurch und günstig. Ein Vorgeschmack auf Südamerika. Wir kommen!

Manchmal kommt es doch anders als man denkt. Hauptsache ihr wart noch rechtzeitig in Flugzeug, hoffentlich ohne Kakalaken, die gehen manchmal gerne mit auf Reisen.
Wir wünschen euch weiterhin gute Reise und alles was man dazu braucht.
Liebe Grüsse
von OMI nd Opa