Bei traumhaftem Wetter nahmen wir die nächste Etappe in Angriff. Tagesziel war Boun Ma Thuot.
Das Auschecken im Hotel war genau so freundlich wie das Einchecken, nämlich gar nicht. Zum Glück war es nur ein Übernachtungsstopp.
Zum ersten Mal trugen wir wieder Sonnencrème auf. Die Luft war am Morgen zwar noch kühl, aber die Sonne schon intensiv.
Die Gegend war nicht so einsam wie am Vortag. Durch die grösseren Städte steigt das Verkehrsaufkommen deutlich. Vor allem die rücksichtslosen Busfahrer machten zu schaffen. Busse nach Hanoi fahren hier lang.
Während dieser Etappe durch das Plateau passierten wir einige Dörfer, die vom Pfefferanbau leben. Neugierig hielten wir bei einem Haus an. Auf dem Vorplatz war die Ernte des Tages, des Vortages und Vorvortages ausgebreitet zum Trocknen. Schon bald stand die ganze Familie da und wir erfuhren etwas über den Anbau und die Verarbeitung. Etwa 60 Rappen kriegt er führ das Kilo. Zum Schluss schenkte uns der Pfefferbauer ein Beutelchen schwarzen Pfeffer. Er war sehr stolz, dass wir ihn besucht hatten.
An einer schönen Stelle machten Mittagshalt. Mit Blick ins Tal, vor uns Jackfruitbäume und gegenüber Kaffeebüsche.
Zu essen gabs wieder einmal Baguette. Diesmal aber mit Pfefferkäse, den wir mit den frischen Pfefferkörnern und dem Lachkuhkäse herstellten. Grob zerstossen wurde der Pfeffer in der leeren Schachtel des Käse und mit ein Stein. Wow!
Wir hatten gerade fertig gegessen, da kam eine Gruppe von Easyridern an. Easyrider sind eine Gruppe vietnamesischer Männer mit ihren Motorrädern, auf welchen sie Touristen mitnehmen. Sie halten scheinbar auch immer an dieser Stelle, damit die Passagiere Fotos auf Kommando machen können. Sie waren mit einer deutschen Gruppe unterwegs nach Hoi An, wo wir herkamen.
Nach Pfefferhausen (so nannten wir die Pfefferdörfer) wurden die Pfefferbüsche seltener, dafür erschienen immer mehr Kaffeebüsche. Ganze Hänge voll bepflanzt, also Kaffeehausen. Das hat auch seinen Grund. Buon Ma Thout ist Kaffeehauptstadt. Natürlich bestellten wir beim nächsten Halt das Gebräu. Gar nicht so einfach. Zuerst bestellten wir 2 Kaffees. Da wir diese heiss und mit Kondensmilch wollten, übersetzte ich das noch dazu. Da kamen zwei Gläser heisse Milch. Hmm? Also noch 2 Kaffeeshots bestellt. Es kam nur einer. Also noch einen bestellt. Kam nicht. Also nochmal 2 Kaffee bestellt. Wir sassen ja in einem Café. Jetzt kam kalter Kaffee mit Kondensmilch und Eis. Es stellte sich heraus, dass auf dem Land der Kaffee mit Eis getrunken wird. Hier gibt es die Filteraufsätze nicht. Alles klar. Was gelernt.
Wir wussten es ja, dass der Tank nur provisorisch geflickt war. Aber jetzt war es soweit. Es roch und der Tank wurde wieder leicht feucht an besagter Stelle. Zum Glück erst kurz vor Boun Ma Thout. Es war ca. 16 Uhr. Ansonsten schnurrte Black Beast zufrieden vor sich hin, den ganzen Tag.
Schlafen
Schnell eine Unterkunft rausgesucht. Wir checkten im Ngoc Mai Guesthouse ein. Sehr freundlich und zuvorkommend hier. Wie unterschiedlich nur schon der Empfang sein kann. Der krasse Gegensatz zum Vortag. Der Besitzer vermittelte uns gleich zu einem Mechaniker, der den Tank nun richtig flickt.
Essen
Hier gibt es ein, zwei Restaurants, wo der Gast seine frischen Frühlingsrollen drehen kann. Wir gingen ins Nam Viet. War sehr gut.




