Erst in Puno entschieden wir definitiv uns auch die grüne Seite Perus anzusehen. Das Amazonastiefland macht schliesslich 2/3 der Landfläche Perus aus. Es gäbe noch so viel anderes zu sehen, aber der Dschungel sollte in unser Reiseprogramm auf genommen werden. Alles klappte erstaunlich gut. Günstiger Flug ab Cusco, passende Unterkunft – los gings.
Wir buchten drei Nächte in der Anaconda Lodge. Die Besitzer sind Donald, ein Peru-Schweizer und Waidee, eine Peru-Thailänderin. Donald hat das frühere Bambusareal in einem tropischen Regenwaldgarten verwandelt. Seine Frau kocht leckere Thaigerichte. Die Unterkunft ist beliebt. Mit uns waren Kanadier, Engländer und weitere Deutsche in der Lodge.
Für den zweiten Tag buchten wir eine Tagestour zum Sandoval See. Man kann nur in Begleitung eines Guides den Nationalpark betreten. Unseren Guide trafen wir am kleinen Hafen, nachdem wir beim Tarantula Tourbüro Gummistiefel verpasst gekriegt hatten.
Die Gruppe bestand nur aus uns dreien und dem Guide. Also eine Privattour.
Von da sollte es nun den Rio Madre de Dios flussabwärts gehen, dann 1 Stunde durch den Jungle wandern bis zum See. Auf dem See würden wir ca. 2 Stunden Zeit haben die Natur zu beobachten. Nach dem Lunch und kurzer Siesta, gleicher Weg zurück.
Die Fahrt auf dem Motorboot war eher kühl und unspektakulär. Wir hatten Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen. Dann kletterten wir aus dem Boot und der Marsch durch den Matsch begann. Der Weg war durch den kürzlichen Regen ganz aufgeweicht. Nicht nur Touristen laufen da, sondern auch Handwagen werden auf der Strecke gezogen, was den Weg völlig aufweichte.

Die heimlich bestellte Geburtstagstorte sollte verdient sein. Netti kämpft durch den Sumpf. Doch Achtung! Nicht jeder Baum eignet sich zum Festhalten. Stachelige Raupen oder Bäume mit Dornen oder Stacheln lauern.
Unterwegs sahen wir schöne und grosse Schmetterlinge. Viele vom Typ Morpho. Dann sahen wir Brüllaffen und Aras (blau und gelb Macaw), die bis zu 1 m gross waren. Schön und bewegend die Tiere in freier Wildbahn zu sehen.
Nach über einer Stunde kamen wir beim Bootssteg an. Mit grossen Holzkanus paddelten wir los. Motorboote gibts auf dem See nicht. Kein Lärm stört die Idylle. Ganz ruhig paddelten wir entlang des Ufers. Immer wieder hielten wir inne für Beobachtungen. Wir sahen eine Grossfamilie von Totenkopfäffchen einen schönen Kappenreiher und viele Hoatzin, der auch Asthmavogel genannt wird. Er macht keuchende Geräusche.
Zum Mittagessen hielten wir bei der Dschungel Lodge Lenin. Unser Guide zauberte 4 Päckchen aus dem Rucksack. Die Hülle bestand jeweils aus einem Blatt. Die Päckchen sahen aus wie Tamales, es wären aber keine, wurde ich korrigiert. Es wären Juanes, meinte unser Guide. Im Dschungel sind die verbreitet.Hauptunterschied ist sicher, dass für Juanes Reis verwendet wird und für Tamales Mais.

Ein Juane. Guter Snack für unterwegs. Er war zwar kalt aber bei den heissen Temperaturen war das ok.
Nach einer schönen Siesta und nettem Schwatz mit einer weltreisenden Aargauerin und zwei südamerikareisenden Bernerinnen, paddelten und marschierten wir zurück.
Vom Motorboot aus spähten wir nach weissen Flusskaimanen. Deren Augen reflektieren beim Anleuchten. Wir konnten einige Tiere beobachten.
An dieser Stelle möchte ich noch einige Vorurteile abbauen.
1. Im Dschungel gibt es Tausende von Mücken.
Erfahrung: Je nach Jahreszeit und Region. Es hatte erstaunlich wenige Mücken bei unserem Besuch. Kein Vergleich z.B. zu unserer Reise nach Florida im Frühsommer.
2. Ohne DEET Chemie Keule kann der Dschungel nicht betreten werden.
Erfahrung: Ich fragte, was unser Guide und die Stämme im Regenwald als Repellent verwenden. Antwort: Nichts. Langes Hemd und mal ein Feuerchen reicht.
3. Ohne Mückenschutzhemd aus Spezialtextil kann der Wald nicht betreten werden.
Erfahrung: Unser Guide trug ein ausgedientes Bürohemd aus Baumwolle.
4. Die Mücken im Regenwald übertragen schreckliche Krankheiten.
Erfahrung: Nicht im von uns besuchten Gebiet. Keine Malaria, kein Dengue, kein Gelbfieber. Es gibt grosse regionale und saisonale Unterschiede.
Am Abend genossen dann ein schönes Thaiessen mit Wein und Schoggitorte zum Dessert.


Ein Glück der Sumpf hat euch wieder freigegeben. Dass war so das Richtige für unser Geburtstagskind, schon als kleines Kind hat sie gerne im Matsch gespielt. Ein ganz besonderes Erlebnis liegt nun hinter euch. Hauptsache ihr seit allen Gefahren aus dem Weg gegangen. Wir denken täglich an euch und wünschen für die kommenden erlebnisreichen Tage alles Gute
liebe Grüsse von Mutti, OMI und Opa
Haben den Spiessrutenlauf ganz gut gemeistert. Trotz grosser Vorsicht hat Annette einige Stacheln der Pfirsichpalme in die rechte Hand abgekriegt. Christin hat einige mit Operationsbesteck (Schweizer Taschenmesser) rausgeholt. Den Rest macht hoffentlich die Zugsalbe.
Liebe Grüsse aus dem sonnigen Valle Sagrado.
Nochmals happy birthday, Annette! So ein Geburtstagsfest im Dschungel ist sicher einmalig. Die Torte sieht lecker aus und Annette glücklich. Weiterhin alles gute und danke für die Vorurteil-Dschungeltipps, sehr interessant mami
Ja, die Torte war super. Schoggi nicht zu süss und dulce de leche drin. Das Café/Bäckerei Gustitos del cura gehört scheinbar einem Romand.
Hallo, seid Ihr schon mal an Avocado-Plantagen vorbeigekommen? Bei unseren Grossverteilern sind die immer mit “aus Peru” angeschrieben. Die müssen ja riesige Anbaugebiete haben. Liebe Grüsse mami
Ich sitze hier gerade neben einem Avocadobaum. Plantagen haben wir dagegen eher in Chile gesehen, hier (noch) nicht. Grüessli.