Anreise
Mit dem Colectivo (1400 cop) fuhren wir zunächst von Taganga nach Santa Marta. Unsere grossen Rucksäcke konnten wir zur späteren Abholung im Hostel lassen. An der Kreuzung Cr. 10 / Cl. 10 sprangen wir auf den Bus (6000 cop) zum Nationalpark. Der Haupteingang liegt bei Zaino, 45 min entfernt.
Eintritt
Gut, dass wir in der Nebensaison und nicht am Wochenende unseren Besuch geplant hatten: Wir mussten nicht anstehen, es gab keine Kontrollen. Der Preis ist mit 38000 cop recht hoch. Aber wir wollten schliesslich 1 oder 2 Nächte bleiben.
Los geht’s
Eine kurze Shuttlefahrt (2000 cop) brachte uns zum Anfang des Wanderwegs. Die Mittagshitze war vorbei, dennoch war es an diesem Nachmittag noch sehr heiss. Immer dem roten Pfeil nach liefen wir nach ‘Arrecifes’. Kurz darauf führte der Weg uns ans Meer. Eigentlich wollten wir bei ‘Don Pedro’ eine freie Hängematte suchen. Diese Unterkunft fanden wir aber nicht. Also gingen wir weiter zum Cabo.
Da kamen wir nach insgesamt 1.5 Stunden an. Ein grosser Campingplatz mit Restaurant, Kiosk und auch Hängematten. Es waren gerade noch zwei frei. Sogar nebeneinander.
Camping mal anders
Wir schliefen also in der Hängematte. Das erste Mal und ganz nah am Meer. Wir waren sogar etwas aufgeregt. Wird es eine Horrornacht oder wird es sogar besser als erwartet? Die Hängematten waren nicht einmal mit Moskitonetz ausgerüstet. Unser Platzwart meinte, Moskitos seien gar kein Problem. Naja, wer soll das glauben, dachten wir. Doch er behielt Recht: Wir hatten keine Mückenstiche auf der Haut zu verzeichnen.
Christins Fazit lautet ‘solala’ und meines ‘sehr gut’. Ein weiterer Vorteil der Matte war, dass wir über Mittag zum Schutz vor der Sonne in die überdachte Hängematte liegen konnten. Für alle die in Zelten schliefen war das undenkbar.
Die meiste Zeit verbrachten wir am paradiesischen Strand.

Wir dachten an die Tayrona Indianer, welche in dieser schönen Landschaft gelebt hatten, bis sie vertrieben wurden.
Rückweg
Wir überlegten eine Weile, welchen Rückweg wir wählen wollten. Auf dem Pferd, im Boot oder zu Fuss. Fürs Pferd reichte unser Geld nicht mehr, das Boot war zu teuer, also Marschieren. Der gleiche Weg zurück wäre aber langweilig gewesen. Also wählten wir die Alternative über ‘El Pueblito’, einem Tayrona Dorf, wo heute noch Nachkommen der Indianer wohnen.
Wir packten unsere Sachen, kauften noch etwas Wasser für unterwegs und um 9:30 ging es los.
Gleich zu Beginn wurden wir für die tapfere Entscheidung belohnt. Wir sahen Äffchen herum turnen und plötzlich erblickten wir in den Bäumen einen Tukan. Diese sind selten zu sehen und an Farbenpracht kaum zu übertreffen!
Der Aufstieg nach Pueblito hatte es schon in sich. Mit zwei Stunden brauchten wir sogar eine halbe Stunde mehr als veranschlagt. Zeitweise trug ich beide Rucksäcke und es wurde heisser und heisser. Wir wussten: Nach dem Indianerdorf war es mindestens noch einmal soweit bis zum Bus an der Strasse nach Sta. Marta. Da realisierten wir, dass wir eigentlich zu wenig Wasser mitführten. Beim nächsten Bach füllte ich Wasser in eine leere Flasche. Einfach für den Ernstfall. Vielleicht würden wir das Wasser trinken müssen, obwohl wir nicht wussten, ob es denn überhaupt verträglich wäre.
In El Pueblito machten wir kurz Pause. Es war Mittagszeit. Ein Bach brachte etwas Erfrischung und wir fragten nach dem Weg.
Wir teilten unser Trinken gut ein. Das war nun ganz wichtig. Nach wie vor führte der Weg hinauf und bei jedem Blick um die nächste Kurve wurden die Hoffnungen zerstört oben angekommen zu sein. Es wurde heisser, der Mund trockener und unsere Schritte langsamer. Bald empfanden wir es als eine Extremerfahrung für Körper und Kopf. Ich trug meist beide Rucksäcke. Das verlangte alle Kraftreserven.
Endlich kamen wir am höchsten Punkt an. Hier blies ein angenehmer Wind und wir hatten noch immer etwas zu trinken.
Anschliessend führte der Weg leicht abwärts. Sehr angenehm, auch mit dem leichten Wind der uns kühlte. Wir wussten, dass wir es jetzt wohl schaffen werden. Aber bald ging es steiler bergab, es war windstill und kein Baum bot mehr Schatten. Eine weitere Durstperiode begann. Nach dem Bus sehnend und nach Wasser lechzend, guckte ich beim Laufen auf den Boden. Da fiel mir eine zermatschte gelbe Frucht auf. Ich erinnerte mich diese in Cartagena gesehen zu haben. Ist wohl von einem Wagen gefallen, dachte ich zuerst, bis wir merkten, dass wir unter einem Baum mit gelben Mangos stehen. Das seien die süssesten und saftigsten Mangos, hatte damals Miranda in Cartagena gemeint. Wo eine liegt, müssen auch andere sein. Tatsächlich fand ich zwei schöne Exemplare, die kürzlich vom Baum gefallen waren. Wir setzten uns und ich ass die besten Mangos aller Zeiten. Jedenfalls waren sie das für mich zu diesem Zeitpunkt.
Wir fragten einen Bauern, wie lange es denn zum Bus noch dauern würde. Er meinte 15-20 Minuten. Juhuu. Fast geschafft. An der Hauptstrasse suchten wir unser letztes Geld zusammen für eine schöne kühle Flasche Wasser. Es sollte nicht das letzte kühle Getränk an diesem Tag bleiben. Der Bus kam und schon waren wir wieder in der Zivilisation mit allen Annehmlichkeiten.
