Arequipa
Die längste Busfahrt bis anhin brachte uns ins ca. 2300 m.ü.M. gelegene Arequipa. Eine schöne Stadt, mit stets blauem Himmel zu dieser Zeit. Ganz besonders sind die Berge resp. Vulkane im Hintergrund. Eine tolle Atmosphäre. Sicherlich eine Stadt in der ich es länger aushalten könnte. Zum Übernachten wählten wir etwas Gehobeneres und buchten 3 Nächte im Beauséjour. Da fühlten wir uns sehr wohl und konnten etwas anklimatisieren. Verónica und Gérard, ursprünglich aus Paris, waren sehr freundlich und zuvorkommend.
Eine Hauptattraktion ist sicher das alte Kloster Santa Catalina. Auf riesigem Gebiet mitten in der Altstadt, ist es eine Stadt in der Stadt. Beim Besuch des Klosters erfuhren wir vieles über die Lebensweisen und Abläufe im Kloster. Doch Besucher kommen noch aus anderen Gründen. Fotografen kommen am späteren Nachmittag in die Anlage. Das Licht ist dann am schönsten und die Farben leuchten satt. Zudem gibt es eine kleine Aussichtsplattform. Diese lädt zu einer Pause ein. Zum Schluss noch eine Galerie. Diese zeigt Bilder der Escuela cusceña.
Der Hauptplatz, Plaza de Armas, war neben dem Kloster ein weiterer Ort zum Verweilen. Gepflegter Garten, bunter Trubel, die Kathedrale und im Hintergrund die Berge.
Colca Canyon
Der beliebteste Ausflug von Arequipa aus geht ins Valle de Colca. Der Canyon im Tal ist der zweittiefste der Welt. Da kann der Grand Canyon nicht mithalten.
Wir verglichen einige Tourangebote. Eigentlich boten alle das selbe an, ausser ein Anbieter, der aber scheinbar umgezogen ist und unauffindbar war.
Keine der zwei- oder dreitägigen Touren traf unseren Geschmack. Wir gehen ja gerne Trekken und stehen dafür auch gerne früh auf, aber 3 Uhr aufstehen, 5 Stunden Bus fahren und anschliessend bis zu 8 Stunden wandern ist nicht was wir uns unter Reisen in Peru vorgestellt hatten. Am zweiten Tag wäre es auch früh und ohne Frühstück losgegangen. Müssen wir jemandem etwas beweisen? Es ist aber ein Hype darum entstanden, dass laufend mehr Leute die Touren buchen. Objektiv betrachtet, kann man das nicht geniessen, entschieden wir und buchten eine einfachere Tour die zwei kurze Spaziergänge enthielt. Dazu eine weitere Nacht im Tal, damit wir nicht zurück hetzen müssen.
Am nächsten Tag gings also los. Wir waren fast die Letzten, die vom Bus beim Hotel aufgelesen wurden. Victor Hugo, unser Guide, stellte sich vor.
Es ging in die Höhe. Langsam aber stetig. Vorbei am bedeutsamen Zementwerk und an Steppenlandschaften, die von Llamas, Alpacas und Vicuñas abgegrast wird. Llamas sind übrigens domestiziert, also Haustiere. Nicht so die Vicuñas. Diese sind wild. Die Wolle dieser Tiere ist aber sehr beliebt und kostbarer als Alpacawolle. Im Rahmen eines grossen Fests werden Vicuñas eingefangen und geschoren. Dabei findet auch gleich eine Kontrolle durch den Tierarzt statt und Markierung am Ohr. Aber wie fängt man die wilden Tiere ein? Einzeln mit Lasso? Nein, vielmehr wird eine Menschenkette mit Tausend Leuten gebildet. Dann wird die ganze Herde eingekesselt.
Zur Unterscheidung von Llamas und Alpacas: Alpacas sind einfarbig, meist weiss. Llamas mehrfarbig, mit langem Hals und langen Beinen.
Wir erreichten den höchsten Punkt der Busfahrt. Ein Aussichtspunkt auf 4900 M.ü.M. Nicht rennen und nicht springen, meinte unser Guide, sonst gäbe es Kopfschmerzen und Übelkeit. Wir beugten aber vor mit Coca-Süssigkeiten, Cocatee und nur leichtem Essen. Vom Mirador sahen wir den Berg Mismi. Da entspringt der Fluss Amazonas.
Wir erreichten pünktlich Chivay. Der Ort ist Hauptort im Colca Tal. Tankstellen, Geldautomat, etc. gibt es. Weit weg von der grossen Stadt, kann der Besucher hier trotzdem alle Bedürfnisse stillen. Sogar ein Irish Pub sahen wir.
Nach dem Lunch fuhren ins kleine Nachbardorf. Von Dort startete ein kleiner Spaziergang zu präinka Ruinen. Das Tal wurde eigentlich zwei Mal erobert. Zunächst durch Inkas, später durch die Spanier (Pizzarro).
Zum Schluss entspannten wir in der nahe gelegenen Therme. Abends gingen Christin und Annette auswärts essen. Eine kleine Tanzaufführung zum Mitmachen war mit dabei. Im Hotel Pozo del Cielo schliefen wir dann müde ein.
Am zweiten Tag gings früh los. Schliesslich wollten wir alle die Kondore fliegen sehen. Der Weg dahin ist nicht weit aber eine Schotterpiste.
Nach einigen Zwischenhalten erreichten wir den Aussichtspunkt Cruz del Condor. Und wir hatten Glück. Fünf bis zehn der grossen Vögel segelten gleichzeitig über der tiefen Schlucht! Die Kondore fliegen in bis 7 km Höhe mit bis zu 140-150 km/h. Sie fliegen ans Meer oder zum Machu Pichu und zurück und zwar am selben Tag. Zu erkennen sind sie nicht nur durch ihre Grösse, sondern auch durch die weisse Halskrause und den dreiecksförmigen Schwanz. Die Federn am Flügelende sehen aus wie Finger.
Es folgte eine weitere kurze Wanderung. Dabei lernten wir etwas über Kakteen und sahen eine Gruppe von Schamanen, die gerade Kontakt zu Mutter Erde (Pachamama) suchten.
Am Nachmittag entspannten wir, planten etwas die Reise und genossen das Bergpanorama, bevor es dann am nächsten Morgen mit einer anderen Reisegruppe zurück Richtung Arequipa ging.





