Wir standen früh auf, um rechtzeitig losfahren zu können. Wir hatten eine lange Strecke vor uns deren Beschaffenheit natürlich kein zügiges Vorwärtskommen erlaubte. Ich rechnete mit durchschnittlich 30-40 km/h.
Schnell nebenan eine Nudelsuppe gegessen, gepackt und los ging es.Beim Losfahren bemerkten wir, dass der klebrige Asphalt, den wir vom Vortag am Roller kleben hatten, leider bei dem Guesthouse auf den Vorplatz getropft war. Also noch schneller losgefahren…
Von Thabok aus führt die Strasse in den Nationalpark. Nach kurzer Zeit befanden wir uns auf Schotterpisten, dann sahen wir den Wegweiser zu Wasserfällen Tat Xai und Tat Leuk. Beide sind nur über holperige Wege zu erreichen, doch das hielt uns nicht auf. Bei beiden Wasserfällen waren wir die einzigen Touristen. Etwas von Entdeckergefühl waren beide verbunden und natürlich mit wunderschöner Natur.

Tat Xai. Dieser Blick von der überhängenden Klippe musste erklettert werden. Das Wasser verschwindet oberhalb und fliesst hier aus dem Fels.

Zur Sicherheit lieber hingelegt, oberhalb des Wasserfalls Tat Xai.

Tat Leuk
Wieder auf der Schotterpiste gegen Norden unterwegs wurde es sehr einsam. Keine Dörfer, keine Tankstellen, kein Trinkwasser zu kaufen. Hier möchte man nicht stecken bleiben. Dafür weit und breit keine Souvenirshops, keine Händler oder andere Plagegeister. Hin und wieder kamen uns LKW Konvois entgegen oder vor uns fuhr ein Tankwagen um die Strasse mit Wasser zu bespritzen. Dies mindert in der Trockenzeit die lästigen Staubwolken.

Dirt Road Richtung Norden. Hier ist kürzlich ein Tanklaster durchgefahren.

Mit Staubschutz, der auch nur etwas hilft.
Mit dem Erreichen von Longsane hatten wir den Nationalpark durchquert. Unser nächstes Zwischenziel war Chieng Xi. Es begann eine traumhafte Landschaft mit kleinem Fluss, Reisfeldern und schöne Kurven praktisch ohne Verkehr.
Wir passierten Xieng Mi und Nam Cha. Nächstes Ziel war Xaysomboun. Langsam wurde es kühl und wir wollten dann mal ankommen, aber der kleine blaue Punkt bei Google Maps wollte sich einfach nicht richtig bewegen.
Dann kam diese Gabelung. Zum Einen eine gut ausgebaute Strasse nach links und ein kaputter Feldweg nach rechts. Die Informationen aus unseren beiden Strassenkarten waren widersprüchlich und Google Maps kennt in dem Gebiet keine Strassen. Wir zogen die Luftbilder zu Rate. Da war eine lange, kurvige Strecke nach Xaysomboun erkennbar. Ob das wirklich der beste Weg sein konnte? Dann kamen Jugendliche auf ihren Hobeln an und wir stoppten sie. Bald begriffen sie was wir wollten. Glücklicherweise hatten sie das selbe Ziel. Tatsächlich war der Weg nach rechts der Richtige. Also hinterher! Mit drei Motorrädern heizten wir über die Bergstrasse Richtung Tal. Verkehr gab es keinen mehr. Wir mussten nur den Schlaglöchern ausweichen.
In Xaysomboune angekommen liessen wir uns mittels Geste für Schlafen das wohl einzige Guesthouse zeigen. Mit der Geste für Essen zeigten sie uns ein gutes Restaurant. Doch vorerst fuhren wir nochmals zum Guesthouse zum Einchecken. Wir waren die einzigen Gäste und hatten ein Zimmer neben der Rezeption, welche zugleich das Wohnzimmer der Familie war. Im Restaurant assen wir eine sehr gute Nudelsuppe mit schönen Rindfleischstück und vielen frischen Kräutern und Klebreis. Todmüde fielen wir ins Bett.