Eine dreistündige Autofahrt führte uns ins Landesinnere nach Rotorua. Der Beginn der Osterferien erschwerte uns die Suche nach einer Bleibe. Entlang der Hauptstrasse reihen sich viele Motels und Hotel aneinander. Doch jedes einzelne war voll besetzt. “No Vacancy” stand in den verschiedensten Variationen angeschrieben.
Wir begannen es mit Anrufen zu probieren. Nichts. Inzwischen zeigte die Uhr 22 Uhr. Für eine Übernachtung im Zelt waren die Temperaturen zu tief, resp. unsere Schlafsäcke zu dünn zudem war regnerisches Wetter. Dann endlich beim Ibis Hotel war noch ein Zimmer frei. Das letzte. Nichts wie hin.
Thermal Wonderland
Wir suchten eine Möglichkeit ohne Führer bzw. Gruppe und mit eigenem Tempo die “aktive” Landschaft kennen zu lernen. Da bot sich das “Thermal Wonderland” an. Mit Karte und Beschreibung marschierten wir los. Vorbei an dampfenden Kratern, die vor sich her stinken. Ein toller Vorgeschmack für alle die später in die Hölle kommen. Weiter zu Eruptionskratern, die nun mit Wasser gefüllt sind und sich die verschiedensten Mineralien farbenfroh ablagern.
Der Abschluss war dann ein schöner Schreck. Christins Silberkettchen und Ringe hatten sich im Schwefeldunst verfärbt. Eher dreckig-golden sahen die Sachen nun aus! Ihr Gesicht war voller Entsetzen. Vom Baden kannten wir das Phänomen ja schon, doch hier hatten wir nicht damit gerechnet. Ein Poliertüchlein im Hotel brachte dann Abhilfe.
Waikite Thermal Pools
Die Pools liegen eingebettet in einem ruhigen Tal. Umgeben von grünen Farnpflanzen und aufsteigendem Dampf erholten wir uns. Der Ansturm zur Osterzeit war hier wiederum schlimm. Ich wollte umdrehen. Christin wollte dennoch rein. Die Leute verteilten sich gut auf die einzelnen Pools, somit war ich dann auch froh, dass wir uns entschieden hatten zu gehen.
Neue Unterkunft
Da das Ibis zu teuer war, wechselten wir in eine Privatunterkunft zu Nora aus den Philipinen und ihrem Mann Martin ursprünglich aus England. Zudem wohnte da noch ihr Bruder und ein Asiate. Eine richtige WG. Wir hatten ein grosses, sonniges Zimmer und ein Früchtekorb mit Feijoas, Feigen und Grapefruit stand bereit alles aus dem eigenen Garten. Feijoas (brasilianische Gauve) sind kleine grüne Früchte, die süsslich riechen. Im Innern sind sie hell und schmecken süsslich, sauer.
Hobbiton
Am dritten Tag fuhren wir nach Matamata. Etwa 5 km ausserhalb liegt nämlich Hobbiton. Ein Filmset, welches für Aufnahmen von Peter Jacksons “Herr der Ringe” und “Hobbit” verwendet wurde und weiter verwendet wird.
Das Gelände kann nur in einer geführten Gruppe besucht werden. Das war hier gut, denn der Guide konnte zu jedem Hobbithäuschen etwas erzählen. Christin mochte die liebevoll und süss gemachten Häuschen und Gärtchen. Mich faszinierte der ernorme Aufwand und das Auge fürs Detail. Zum Schluss noch ein Freigetränk für jeden. Alkoholfreies Ingwerbier, ein Ale oder ein dunkles Bier aus Krügen.
Rotorua Museum
Im Museum gibt es hauptsächlich zwei Ausstellungen. Der eine Teil handelt von den Maori, wie sie aus der Südsee das Land bevölkerten und von der vulkanisch aktiven Zone hier und um dem Pazifik (pazifischer Feuerring).
Der zweite Teil zeigt vieles über Rotorua als Badestätte in frühen Jahren. Das heutige Museum befindet sich in den Hallen des ehemaligen Bades.
Polynesian Spa
Da wir wegen des Wetters länger in Rotorua blieben, gingen wir noch in ein weiteres Bad. Das Polynesian Spa liegt beim Museum (dem alten Bad). Mit Blick über den See konnten wir uns im warmen, teilweise zu heissem, Wasser entspannen. Bis dann zum Schluss eine Horde Japaner aus einem Bus stürmte und das Bad in Beschlag nahm. Wieso die sich wohl so lauthals unterhalten? Einfach aus Freude, oder hatten die ein Abendessen mit viel Reiswein?


