Otavalo (Ecuador)

Wir überschritten am 13. August die Grenze von Kolumbien nach Ecuador!
Zunächst fuhren wir von Pasto nach Ipiales, der letzten grösseren Stadt in Kolumbien. Anschliessend mit dem Collectivo an die Grenze bei Rumichaca. Dort wurden die Ausreiseformalitäten erledigt. Anschliessend überquerten wir eine Brücke und befanden uns bereits in Ecuador. Die Einreise gestaltete sich auch recht einfach. Mit einem Taxi fuhren wir dann zum Busbahnhof in Tulcán.

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Überqueren der Brücke nach Ecuador

Kaum stand das Taxi in Tulcán still, wurden die Türen geöffnet und unser Gepäck in einem grossen Bus verstaut. Gleichzeitig wurden wir nach dem Reiseziel gefragt, aber die Antwort interessierte nicht, da es eh nur eine Richtung gab: Süden, Richtung Quito. Wir sprangen auf den bereits fahrenden Bus auf Richtung Ibarra / Otavalo / Quito. Wieder ein tolles Beispiel, dass man in Südamerika beinahe keinen Busfahrplan braucht. Der nächste Bus fährt immer gleich.

Die Fahrt führte durch sanfte Hügel, manchmal Berge, und grüne Täler – dauerte lange. Wir sassen nämlich im Bummelbus. Jeder konnte aussteigen, wo er wollte und einsteigen, falls noch Platz war. Dazu kamen stündliche Polizei- oder Drogenkontrollen. Dazu lief ein brutaler Metzelfilm als Unterhaltung. Aber bei 3 Dollar pro Person für 3 Stunden Busfahren wollten wir nicht klagen.

In Otavalo reservierten wir für 3 Nächte im La Luna. Ausserhalb der Stadt, im Grünen und mit einfachem Restaurant, so dass wir gar nie in die Stadt mussten.

Erster Tag
Es war planen angesagt. USA Einreise (ESTA), Flug innerhalb Ecuadors, Reiseführer lesen. Wir waren ja seit Pasto stolze Besitzer eines 2013 Rough Guides für Ecuador. Unser Kolumbienbuch hatten wir da nämlich getauscht gegen dieses Buch über Ecuador. Tauschpartnerin war eine nördwärts reisenden Berlinerin.
Am Nachmittag machten wir einen Spaziergang durch die grüne Umgebung unserer Unterkunft.

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Aussicht oberhalb des La Luna.

Zweiter Tag
Ein Höhepunkt der Reise im wahrsten Sinne des Wortes! Mit Respekt und auch guten Mutes wollten wir den Fuya-Fuya erklimmen. Es handelt sich dabei um eine Gipfel an der Laguna de Mojanda. So heisst der See im erloschenen Vulkan. Es wäre der erste 4000er, sowohl für Christin als auch für mich. So hoch waren wir noch nie.
Gute Vorbereitung war wichtig: Sonnenschutz, Regenschutz, Ersatzwäsche, heisser Tee, Traubenzucker, Karte, etc.
Nach dem Frühstück wollten wir mittels Autostopp zur Laguna. Wir warteten kaum eine Minute, da kam ein volles Taxi runterwärts. Ich sagte er solle wieder kommen, wenn er wieder frei ist. Die Insassen besprachen sich kurz und stiegen alle aus. Hä?! Sie würden nun laufen, meinte die Familie. Das hätten wir nicht erwartet! Das Taxi fuhr mit uns hoch und nahm die Familie auf dem Runterweg wohl wieder mit. Wir waren zwar erst 3 Tage in Ecuador uns hatten aber schon unglaublich viele freundliche Begegnungen. Beim See angekommen nahmen wir den Weg in Angriff. Von 3700 m wollten wir zur Spitze auf 4286 m. Endlich sahen wir einmal diese Pflanzenwelt in der Höhe. Eine Graslandschaft, die hier Páramo genannt wird.

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Immer weiter Richtung Gipfel.

Durch den Páramo gings anfangs nur leicht ansteigend hoch. Dann aber immer steiler. Die Schritte wurden langsamer. Christin begann zu zweifeln. Zurückkehren? Nur am See laufen? Alles keine Optionen für mich.

Oben thronte der Gipfel und er sah noch unerreichbar aus. Inzwischen schnaufte ich ganz schön und der Wind wurde stärker und kälter. Während kurzen Pausen schauten wir immer wieder zurück auf den See und die Graslandschaft. Der Wind zauberte sanfte Bewegungen auf das Wasser und das lange Gras. Zusammen überschritten wir bald die 4000er Marke. Ein tolles Gefühl!

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Auf der 4000er Höhenlinie. Zum ersten Mal zu Fuss.

Dann aber eine Krise! Christin hatte ein Schwindelgefühl und es wurde leicht schwarz vor den Augen. Wir entschieden, dass es dann besser wäre für sie, an einem windgeschützten Ort zu bleiben, bis ich wieder absteigen würde. Keiner von uns war alleine, denn eine andere Gruppe war am Aufstieg und es kamen immer wieder mal Wanderer runter.

Ich entschied mich den Gipfel von links anzugehen. Es gab nämlich zwei Wege. Links herum sah es weniger steil aus. Trotzdem hatte es der Schlussabschnitt in sich. Richtig steil und kalter Wind. Immerhin Rückenwind, dachte ich. An Grasbüscheln konnte ich mich festhalten. Fast oben, noch eine kleine Klettereinlage am Fels. Links und rechts gings runter. Leichter Schwindel. Dann endlich oben. 4286 Meter. Da konnte ich nur noch Lachen. Überwältigend, und alle Anstrengung war vergessen. Das zweitschönste war dann die nasskalte Unterschicht auszuziehen und das trockene Ersatzshirt und den Kaschmirpulli anzuziehen und schnell wieder die Jacke drüber zu schliessen.
Erst dann konnte ich Fotos machen. Leider war der Himmel recht bewölkt, trotzdem herrschte gute Fernsicht.

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Auf dem Gipfel. Das Gipfelfoto bleibt vorbehalten.

Für den Abstieg wählte ich den anderen Weg. Da traf ich mehrere Gruppen. Dies wäre wohl der einfachere Aufstieg gewesen. Weiter unten traf ich wieder auf Christin und wir gingen zurück zum Parkplatz.

Zusammen hatten wir 4000 m geschafft und der Gipfel mit 4286 m war ein ganz besonderer für mich. Nämlich der erste 4000er Berg. Natürlich war er leicht verdient und technisch wenig anspruchsvoller, aber ein guter Start in die Welt der Berge dieser Kategorie…

Dritter Tag
Samstag ist Markttag in Otavalo. Einer der grössten Märkte Südamerikas findet hier wöchentlich statt. Christins Augen glänzten schon Tage vorher beim Stichwort “Markt”. Fernando, einer der Angestellten des Hostals, brachte uns in die Stadt. Nahe des Plaza de Ponchos hüpften wir raus. Ein geschäftiges Treiben war schon von Weitem zu spüren. Auf dem Platz waren dann Hunderte von Ständen. Dicht an dicht wurden Kleidung, Souvenirs, Hängematten etc. verkauft. Wir kauften auch das eine oder andere Mitbringsel und beobachteten die Einheimischen, wie sie handelten und kauften. Schön, dass der Markt auch wirklich von Ecuadorianern besucht wird und nicht nur von Touristen. Eigentlich waren es sogar recht wenige Touristen.

Nach dem Markt war Zeit zum Abschied nehmen von den Leuten im Hostal und den 6 Hunden. Beim Busterminal schnell ein Ticket gekauft (3 USD/p und schon sassen wir im Bus nach Quito, der Hauptstadt Ecuadors.

3 thoughts on “Otavalo (Ecuador)

  1. Wow, Wow, ein 4000er! Wir haben am Sonntag nur einen 2000er geschafft, dies auch bei kaltem Wind, wie bei euch. LG mami

    • Habe die Fotos gesehen. Schön! Bei den aktuellen Temperaturen kommt ja die Nullgradgrenze bestimmt runter. Mache mir Sorgen wegen meiner Wanderung, dachte es kommt ein schöner Spätsommer. Dabei habe ich jetzt super Höhentraining absolviert. Liebe Grüsse.

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