Ninh Binh

Wir fuhren zusammen mit Tomer aus Israel und Quentin aus der Schweiz nach Hoa Lu. Quentin wollte zunächst selber fahren aber bei seinem gemieteten Bike ist ein Problem aufgetreten. Also sass er bei Tomer auf. Dieser wiederum bemerkte kurz vor dem Losfahren, dass er beim Hinterrad Luft verliert. Also stoppten wir beim nächsten Reifenmechaniker. Innert 15 Minuten war die Ursache gefunden und das Problem behoben. Ein kleiner Metallstift war der Fiesling.

Jetzt konnte es losgehen. Die handgezeichneten Karten von unserem Hotelbesiter waren dann mehr schlecht als recht. Aber mit Google Maps dazu kamen wir zurecht.

Hoa Lu
Die Stadt war vor vielen Jahren Hauptstadt des vietnamesischen Reichs. Übrig ist nicht mehr viel. Zwei schöne Tempel sind sicher sehenswert, aber mehr nicht. Der Weg dahin und die Umgebung der Stätte ist aber richtig schön. Die Gegend wird auch trockene Halong Bucht genannt. Die Karstfelsen sind gleich wie in der Bucht und Höhlen können besichtigt werden.

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In Hoa Lu

Tam Coc
Ein Feldweg verbindet die Gegend um Hoa Lu mit Tam Coc. Dabei passiert man auch die Mua Höhle mit Aussichtspunkt, den wir uns noch aufsparten.
Im touristischen Tam Coc war es bei unserer Ankunft angenehm ruhig. Selber ein Kajak mieten konnten wir nicht, also blieb nur die Möglichkeit zwei Boote mit je einer Ruderfrau zu chartern. Wie die Behindis in Hanoi sassen wir nun im Boot zum Glotzen. Zum Glück lag im Boot ein zusätzliches Paddel, welches ich gerne ergriff und welches später noch wichtig werden sollte..
Der Weg führte durch eine herrliche Landschaft vorbei an kleineren Reisfeldern und Fischerhüttchen, durch insgesamt drei Höhlen, stets umgeben von den markanten Felsfirmationen. Die Ruhe im Paddelboot und die nur geringe Anzahl anderer Boote bescherte uns ein schönes Naturerlebis. In der Halong Bucht empfand ich die Dieselmotoren mit der Zeit als störend, so dass ich Tam Coc sogar eher empfehlen würde.

Kurz vor der dritten Höhle erfolgte ein piratenmässiger Überfall auf unser Boot. Es war eine “Früchtefrau”, die überteuerte Bananen von ihrem Boot aus verkaufen wollte. Energisch paddelte ich weg und rettete uns aus der beklemmenden Lage, denn hier wir sonst ausgeliefert. Davonlaufen ging schliesslich nicht.
Die zweite Attacke folgte auf der Rückfahrt. Unsere Ruderknechtin stoppte. Wir wussten von anderen, was uns jetzt bevor stand. Sie öffnete einen Beutel mit Touriplunder. Schlau sind sie. Christin wurde nämlich beim Einsteigen vor die Ruderfrau gesetzt zur leichteren “Bearbeitung”. Das weibliche Geschlecht springt ja schliesslich leicht an auf gestrickte Deckchen und Beutelchen, etc.
Ein einfaches “No, thank you” reicht hier nicht. Die rudernde Verkäuferin sass auch am längerem Hebel: Kein Kauf, keine Rückkehr. Dieses Mal retteten wir uns indem wir ihr ein schönes Trinkgeld versprachen.

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Nein, nein und nochmals nein.

Das Versprechen hielten wir auch. Doch sie wollte es vor dem Aussteigen entgegen nehmen. Vermutlich misstraute sie uns und dachte wir würden abhauen, sobald wir angelegt hätten. Enttäuschend – oder traurig, weil ihr das schon passiert war?

Wir fragten Tomer und Quentin wie es ihnen ergangen war. Sie erzählten, dass sie standhaft geblieben sind und auf nichts, aber auch gar nichts eingegangen sind. Dementsprechend wurden sie mit gedrückter Stimmung bestraft und mussten etwas selber rudern.

Der Massentourismus mit all seinen Facetten. Und immer ist man im Zwiespalt zwischen Grosszügigkeit und Hartnäckigkeit.
Unwissenheit, ob Guides oder hier die Ruderfrauen für ihre tatsächlich harte Arbeit auch fair vom Tourismusunternehmen entlöhnt werden.

Übernachtet hatten wir im Xuan Hoa Hotel für 20 USD die Nacht. Etwas laut durch die nahe Strasse. Das angeblich gute Essen bekamen wir nicht. Aber es herrschte gute Stimmung im Hotel und es war eine gute Infoquelle für die Gegend.

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